Spieglein, Spieglein an der Wand

Was blieb bis Juli alles auf der Strecke liegen…?

… und welche Brotkummen habe ich gefunden und eingesammelt? Da fällt mir direkt das Märchen von Rotkäppchen und dem bösen Wolf ein. Wenn das Mädchen mit dem roten Umhang auf die Mutter gehört hätte, auf dem Pfad geblieben und ohne stop direkt zur Oma gegangen wäre, hätte es kein dramatisches Intermezzo gegeben inklusive Oma und Rotkäppchen verschlucken. Kein Jäger hätte die zwei aus dem Bauch geschnitten. Niemand hätte Steine in den Bauch des Wolfes gestopft, die dafür sorgten, dass er das Innere eines Brunnens sehr schnell kennenlernte. Und keiner hätte jemals die Worte „Warum sind denn deine Augen so groß?“ als Anmachspruch gehört. Wie langweilig! Tja und somit ein guter Grund auch mal den Pfad der Tugend zu verlassen und die Blumen am Wegesrand zu checken. An dieser Stelle ein großes Danke an die Gebrüder Grimm für die Inspiration zu dieser märchenhaften Einleitung.
Nein, natürlich ist die ganze Welt keine Party und jeder muss sich im Laufe seines Erwachsenenlebens mit Lebens- und Krankenversicherungen, Steuern, Mieten und all dem Pi Pa Po rumschlagen. Meine Frage ist: Was kommt danach, oder dazwischen? Ich kenne Menschen in meinem Freundeskreis, die es sich zum Motto genommen haben jeden Tag so zu leben als wäre es ihr letzter. An sich ein guter Gedanke, aber für mich stellt sich dann eine andere Frage: Kann ich dann diesen Moment wirklich genießen? Oder Kann ich damit gewisse Ziele, die ich mir im Leben gesetzt habe überhaupt erreichen?
Wenn ich zum Beispiel gerne Karriere machen möchte oder eine Familie gründen möchte oder (was für ein verrückter Gedanke) beides, wie mache ich das? Wenn ich jeden Moment so lebe als wäre es mein letzter, wie weiß ich dann, dass ein nächster folgt? Vielleicht bin ich dann risikofreudiger und erreiche gewisse Ziele schneller, aber wie weit voraus darf ich denken, wenn morgen vielleicht gar nicht kommt? In diesem Moment merke ich, dass ich Philosophie im Abi hatte und entschuldige mich für diesen Ausflug in mein verschrobenes Philosophiehirn, welches sonst nur meine Sektfreundinnen bei genau diesem zu spüren bekommen. 🙂

MGB15646
Zurück zum Thema. Ich denke, dass ein gutes Mittelmaß wichtig ist im Leben. Ich halte nicht soviel von Extremen und finde, dass man Sachen und Situationen erst dann richtig beurteilen kann, wenn man sie selber erlebt hat. Das heißt nicht, dass man nicht diskutieren soll bzw. muss oder seine Gedanken über nicht erlebte Ereignisse für sich behalten soll. Ein Fluss von Informationen und Austausch sollte entstehen in dem jeder gehört wird. Jeder sollte mit offenen Augen und Ohren durch die Welt gehen und dann am Ende des Tages für sich entscheiden, was er von diesem Strom an Informationen behält und welche er wieder loslässt.
Und genau so habe ich es bis jetzt auch gehalten in diesem Jahr. Im Großen und Ganzen bin ich mit meinen Entscheidungen und meinem Weg, den ich gehe, zufrieden. Selbstverständlich gibt es immer die eine oder andere Schraube an der es noch zu drehen vermag! Doch das Werkzeug dafür liegt nicht immer parat und manchmal muss man ein wenig in der Erlebniskiste kramen um den passenden Schraubenschlüssel zu finden.
Eure Anja
Fotos by Max Brucker

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